Restaurierung historischer Leuchter – ein Blick hinter die Kulissen
Das Restaurierungsprojekt von 54 historischen Leuchtern im traditionsreichen Hotel Belvédère in Wengen war ein Meilenstein in meiner Arbeit – nicht nur wegen seines Umfangs, sondern vor allem wegen der Tiefe an historischer Dokumentation, die es ermöglichte, das ursprüngliche Lichtkonzept dieser Epoche wiederzuentdecken.
Die Restaurierung der Leuchter war weit mehr als eine technische Herausforderung – sie war eine faszinierende Reise in die Zeit des frühen 20. Jahrhunderts, als sich Handwerkskunst, Ingenieursgeist und Ästhetik in einzigartiger Weise zu einem Gesamtkunstwerk verbanden. Dank der im Stadtarchiv Thun aufbewahrten Dokumente konnte ich tief in die Entstehungsgeschichte eintauchen und die ursprünglichen Herstellungsprozesse im Detail nachvollziehen.
Besonders spannend war es, die damaligen Bestellungen bei den Produzenten zu studieren und dadurch einen Einblick in die präzise, oft noch handwerklich geprägte Fertigung jener Zeit zu gewinnen. Die Archivunterlagen umfassten nicht nur Bestelllisten, sondern auch originale Skizzen, technische Zeichnungen und Beleuchtungspläne. Diese Dokumente lieferten entscheidende Hinweise darauf, wie die Leuchter einst installiert und betrieben wurden – bis hin zu den stromerzeugenden Aggregaten, die zu Beginn des elektrischen Zeitalters den Betrieb sicherstellten.
Ein zentraler Aspekt bestand darin, den ursprünglichen Charakter der Leuchter zu bewahren, ohne Kompromisse bei Funktionalität und Sicherheit einzugehen. Das Ergebnis ist ein harmonisches Zusammenspiel aus Geschichte und Gegenwart – Tradition, die leuchtet, und Technik, die unaufdringlich im Hintergrund wirkt – und den historischen Glanz dieser kunstvollen Leuchten erneut zum Strahlen bringt. Dieses Projekt steht exemplarisch für meine Arbeitsphilosophie: Geschichte soll nicht nur bewahrt, sondern spürbar gemacht werden – durch Licht, Material und Form, die vergangene Zeiten in die Gegenwart tragen.












